Konstruktive und offene Diskussion ganz im Sinne der Kandidaten: Bericht zur öffentlichen Versammlung in Schönsee

Die öffentliche Versammlung der „Freien Wählergruppe Schönsee-Ost: Dietersdorf, Friedrichshäng, Weberhäuser“ im Gasthof Haberl am Freitag, den 14. Februar wurde dank einer allseits aktiven Beteiligung durch Kandidatinnen und Kandidaten der Liste, durch Mitglieder des Stadtrats und durch kommunalpolitisch Interessierte aus der Bevölkerung eine für alle Anwesenden aufschlussreiche und konstruktive Veranstaltung.

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Für die Versammlungsbesucher hatte Kandidatin Sigrid Wendel zum Valentinstag bunte Frühlingsblumen auf den Tischen arrangiert und die Damen freuten sich über ein kleines Blumengeschenk. Sprecher der Wählergruppe Reinhard Kreuzer begrüßte die Gäste, unter ihnen auch die Stadträte Josef Irlbacher, Hans Pfistermeister, Peter Pfaffl sowie die vielen Kandidaten der Liste Schönsee-Ost und kommunalpolitisch interessierte Bürger.

Die Stadtratskandidatinnen und Kandidaten nützten gleich zu Beginn die Möglichkeit, sich persönlich vorzustellen und den beruflichen Werdegang, Familie und politische Schwerpunkte zu erläutern. Anschließend erläuterte Kandidat Josef Eibauer die Kernaussagen des zehn Themenbereiche umfassenden Programms, das in gemeinsamen Diskussionsrunden erstellt, auf der Nominierungsversammlung am 10. Januar einstimmig beschlossen, und auf der Internetseite der Wählergruppe veröffentlicht wurde.

 „Ich habe mir das Programm der Wählergruppe durchgelesen und finde es gut. Ich hoffe, dass auch nach der Wahl das Versprechen, die Bevölkerung in die Meinungsbildung einzubeziehen, eingehalten wird.“ Eingehend auf diese Wortmeldung eines ehrenamtlich engagierten Versammlungsbesuchers unterstrichen die Kandidaten der Wählergruppe Schönsee-Ost sehr deutlich ihr Anliegen, über den Wahltermin hinaus die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig zu informieren und sie zum Mitreden und Mitmachen einzuladen. „Deshalb haben wir unsere Internetseite auch www.kommunalforum-schönsee.de genannt. Wir wollen versuchen, unter dieser Überschrift nicht nur im Internet, sondern auch mit Informations- und Diskussionsrunden die öffentliche Debatte über den Wahltag hinaus fortzusetzen“, so Josef Eibauer.

Ganz im Sinn der Kernaussage „Information und Diskussion“ entwickelte sich in der Versammlung eine rege Debatte über kommunalpolitische Themen, die zu  einem offenen Austausch der Positionen führte. Den Anfang machte eine Besucherin, die sich wünschte, dass den Bedürfnissen der Senioren mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Die Wortmeldung eines Gastes, die Wählergruppe Schönsee-Ost sei vorrangig den Interessen der ehemaligen Gemeinde Dietersdorf verpflichtet, nutzten mehrere Kandidaten zur Klarstellung. Es sei „unsinnig, bei einer so kleinen Gemeinde wie Schönsee in Ortsdenken zu verfallen. Probleme können nur gemeinsam gelöst werden, oft auch im Verbund über die Kommune hinaus“, so Alfred Bayer. In der Tat kommen viele der Kandidaten aus dem ehemaligen Gemeindebereich Dietersdorf, ergänzte Eibauer, „das hält uns aber nicht davon ab, die ganze Stadt im Blick zu haben“.

Weiteres Thema der Diskussion war die Verbesserung der Verkehrsanbindung der Stadt Schönsee Richtung Oberviechtach und zur Autobahn in Waidhaus, die in der Diskussion übereinstimmend als dringende bezeichnet wurde. Auf die Meinung, viele der Inhalte des Wahlprogramms seien von Wunschdenken geprägt, antworteten die Sprecher der Wählergruppe, dass das umfangreiche Programm als Ideensammlung zum Start eines Meinungsbildungsprozesses zu verstehen sei, denn als penibel zu erfüllendes Pflichtenheft. Es gibt aber auch klare Forderungen, für die im Stadtrat eine Mehrheit erreicht werden soll.

Am Schluss der vom sachlichen Austausch geprägten Versammlung standen die Themen Tourismus, Gastronomie und das Oberviechtacher Krankenhaus. Mehrere Wortmeldungen befassten sich mit dem verbesserungswürdigen Internetauftritt der Stadt Schönsee, der nach Ansicht der Kandidaten der Wählergruppe dringend überarbeitet werden sollte. Weiter ging es um die Fragen, warum sich der Tourismus zurückentwickelte und wo Tagestouristen, Radler und Einheimische einkehren können. Selbstkritische Erkenntnis war auch, dass Wirtshäuser nur überleben werden, wenn auch seitens der Bevölkerung wieder mehr eingekehrt wird.

Beim Thema Krankenhaus Oberviechtach ergriff Kreisrat Hans Eibauer als langjähriges Mitglied des Kreistags das Wort und versuchte, das komplexe Thema von der Umstrukturierung 1993 in eine gemeinnützige GmbH bis zum Verkauf der Kreiskrankenhäuser an Asklepios und die heutige Situation in einem kurzen Statement darzustellen. Aufgabe des neuen Kreistags und Landrats wird sein, ganz genau hinzuschauen, dass der von Asklepios übernommene Grundversorgungsauftrag vom Klinikeigentümer erfüllt und verlorenes Vertrauen wieder hergestellt wird. Das kann nur durch bestens organisierte ärztliche und pflegerische Betreuung erreicht werden.

Der Sprecher der Liste, Reinhard Kreuzer, zeigte sich in seinem Schlusswort sehr zufrieden mit der aufschlussreichen Debatte und dankte allen Teilnehmern für das Interesse und ihre Wortmeldungen. Der Verlauf der Versammlung zeige, so Kreuzer, „dass es durchaus Diskussionsbedarf in der Stadt gibt“. Die Gespräche setzten sich nach dem Ende des offiziellen Teils noch länger am Wirtshaustisch fort.