Landkreis Schwandorf profitiert von Behördenverlagerung

Die Staatsregierung hat eines ihrer derzeit wichtigsten Projekte beschlossen: die Verlagerung von 3155 Behördenstellen aufs Land. Die Entscheidung sei einstimmig getroffen worden, berichtete Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in München. In den kommenden Jahren werden insgesamt 3155 Stellen von 50 Behörden verlagert, davon 2225 von Beamten und Beschäftigten und 930 Plätze von Studierenden an verschiedenen Hochschulen. Davon profitiert auch die Oberpfalz.

Die Staatsregierung setzt bei der Verlagerung der Stellen auf die natürliche Fluktuation in der Verwaltung. Zwangsversetzungen werde es nicht geben, betonte Finanzminister Markus Söder. «Es werden überwiegend nicht Mitarbeiter verlagert, sondern Arbeitsplätze», hatte er am Montag betont.

Das Konzept zur Behördenverlagerung (Link zum PDF-Dokument) wurde seit Monaten mit Spannung erwartet. Es sieht sowohl die Verlagerung kompletter Behörden als auch Teilverlagerungen vor.

Seehofer: „sehr fundiertes Werk“

Seehofer lobte, Söder habe «ein sehr fundiertes Werk vorgelegt, sehr professionell erarbeitet über lange Zeit». Nach Söders Vortrag hätten – was es nur ganz selten gebe – die versammelten Kabinettsmitglieder spontan applaudiert. Man habe auch an keiner Stelle nachjustieren müssen. Auch Fraktionschef Thomas Kreuzer signalisierte umgehend Zustimmung: Er sprach im Landtag von einem «sehr gelungenen Entwurf». Die Fraktion wurde am Nachmittag über sämtliche Details informiert.

Im Vorfeld galten Marktredwitz, Waldsassen und Vohenstrauß als Favoriten im Nordosten Bayerns. Es gebe „Signale in diese Richtung“, hörte man aus dem Dunstkreis von Regierung und CSU-Landtagsfraktion. Hoffnungen machte sich zudem Amberg, wo in zwei Jahren die Leopold-Kaserne schließen wird.

So betrifft die Verlagerung die Region

Marktredwitz – 276 Beschäftigte
Waldsassen – 70 Beschäftigte
Windischeschenbach – 60 Beschäftigte
Kemnath – 20 Beschäftigte
Vohenstrauß – 40 Beschäftigte
Amberg – 34 Beschäftigte (Institut für Frühpädagogik) und 64 Beschäftigte (IT-Stelle der Bayerischen Justiz)
Oberviechtach – 20 Beschäftigte (Teilverlagerung Grundbuchamt München)
Schwandorf – 20 Beschäftigte (Landesjugendamt Nord)
Nabburg – 5 Beschäftigte (Regionales IT-Zentrum)
Landkreis Cham – 41 Beschäftigte

Text zitiert aus Oberpfalznetz (http://www.oberpfalznetz.de/nachrichten/4503814-510,1,0.html).