Regionalranking der Deutschen Wirtschaft 2014 – Licht und Schatten für den Landkreis Schwandorf

Ein Bericht vom 19. März 2014 aus dem Neuen Tag machte die Ergebnisse einer aktuellen Regionalstudie des Institut der deutschen Wirtschaft Köln zum Thema. Ein genauerer Blick auf die Detailanalyse für den Landkreis Schwandorf lässt interessante Rückschlüsse ziehen, welche regionalen „Schlüsselqualifikationen“ sich bei uns klar verbessert haben, wo kein Fortschritt feststellbar ist, und wo sogar Rückschläge hinzunehmen waren. Im Folgenden einige Erläuterungen zum Aufbau der Studie, sowie eine Bewertung des Ergebnisse des Landkreises Schwandorf.

Regionen im Wettbewerb

Die Regionen Deutschlands stehen heute vor zentralen Herausforderungen, deren Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität überall spürbar sind. Mehr denn je hängt die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts von den Antworten ab, die er auf die Fragen der großen Megatrends findet: Wie kann der Fachkräftebedarf langfristig gedeckt werden? Welche Zukunftskonzepte wirken der Abwanderung aus dem ländlichen Raum entgegen? Welche Faktoren lassen sich aktiv gestalten, damit sich eine Region als Standort für Unternehmen behauptet? Wo sind Investitionen in die Infrastruktur erforderlich, um nicht den Anschluss zu verlieren?

402 Städte und Kreise auf dem Prüfstand

Vor diesem Hintergrund dokumentiert und evaluiert das Regionalranking der IW Consult Daten zu Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität – für alle 402 Städte und Kreise in Deutschland. Auf diese Weise lässt sich nicht nur erkennen, welche Regionen besonders erfolgreich sind, sondern auch, welche politisch beeinflussbaren Faktoren den Erfolg eines Standorts bedingen.

Aufbereitung der Ergebnisse

Die Ergebnisse des IW-Regionalrankings werden als Niveauranking (Wie erfolgreich ist eine Region?) und Dynamikranking beschrieben (Wie erfolgreich hat sie sich im Betrachtungszeitraum entwickelt?). Die interaktive Karte bietet darauf abgestimmte Visualisierungen an und weist alle Werte als Platzierung (Rang 1 bis 402) oder Schulnote (1,0 „sehr gut“ bis 6,0 „ungenügend“) aus. Zusätzlich legt die Kartenansicht Aufsteiger und Absteiger den Fokus auf Regionen, die sich überdurchschnittlich entwickelt haben – sowohl in positiver, als auch negativer Hinsicht. Eine detaillierte Datenübersicht, die als PDF für jede der 402 Regionen bereit steht, rundet die Ergebnisaufbereitung ab.

Methode und Vorgehen

Ziel der IW Consult war es, den Erfolg einer Region mithilfe eines ökonometrischen Modells über sozio-ökonomische Indikatoren zu erklären. Das bedeutet: Erfolg wurde im Sinne einer möglichst hohen Kaufkraft (Wohlstandsmaß) und einer möglichst geringen Arbeitslosigkeit (Partizipationsmaß) definiert. Beide Indikatoren wurden gleichgewichtet zu einem Erfolgsindex zusammengefasst. Zur Beschreibung dieses Erfolgsindexes wurden 17 statistisch signifikante Unterindikatoren ermittelt und relevanzgewichtet den drei zentralen und erfolgsentscheidenden Obergruppen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität zugeordnet. Die Daten wurden im Zeitraum von 2007 bis zum aktuellen Rand erhoben.

Ergebnisse des Landkreis Schwandorf

Die Ergebnisse deuten für unsere Region auf eine positive bis durchwachsene Entwicklung hin. Sortiert man die Werte nach dem oberen Drittel (deutliche Verbesserung – grün markiert), dem mittleren Drittel (kaum Veränderung – gelb markiert) und dem letzten Drittel (deutliche Verschlechterung – rot markiert) der Platzierung unter den 402 Regionen, so tut sich vor allem die hiesige Wirtschaftsstruktur (nicht allerdings für Akademiker) als großes Plus hervor. Auch wenn man über den Kriterienkatalog sicherlich trefflich diskutieren kann, so zeigt sich hingegen in den untersuchten Faktoren zur Lebensqualität (Wohnungen, Toursimus, Ärzte, Private Schuldner) eine deutliche Verschlechterung der Lage.

Die Botschaft, die diese Studie an die Kommunen im Landkreis sendet, erscheint deutlich. Auf unsere Unternehmen können wir stolz sein. Es lohnt sich aber gemeinsam daran zu arbeiten, diese wirtschaftliche Kraft in einen sowohl nach außen hin als auch für die Bürger vor Ort noch ansprechenderen Lebenraum zu kleiden.

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