Stellungnahme der Stadträte der Wählergruppe Schönsee-Ost zum Thema „Hotel St. Hubertus“

Zum rein rechtlichen Aspekt der Bauvoranfrage der „Nature Community“ aus München zur teilweisen Nutzungsänderung des Hotel St. Hubertus dürften mittlerweile der klaren Worte genug gefallen sein. Fakt ist und bleibt: Aufgrund der grundsätzlichen baurechtlichen Zulässigkeit der Nutzungsänderung (und das sieht das Landratsamt Schwandorf übrigens genauso) ist der Stadtrat wohl bestens beraten, dem Vorhaben zuzustimmen, möchte er etwaige Schadensersatzforderungen der Verkäufers gegenüber der Stadt ausschließen.

Des Pudels Kern aber ist doch eine ganz andere Dimension der Geschichte: Nachdem der Stadtrat bereits erstmals am 9. Dezember 2014, also vor mittlerweile mehr als 7 Wochen, über das Vorhaben der „Nature Community“ informiert wurde, ist die jetzige öffentlich zur Schau gestellte Opposition der Freien Wählergemeinschaft (FWG) schlicht und ergreifend fadenscheinig. Dieser Eindruck wird sogar noch potenziert durch die von allen anderen Stadträten erlebte Begeisterung seitens der FWG, die  bei einem Treffen mit dem Sprecher der Genossenschaft festzustellen war.

Das Ergebnis ist eindeutig. Es kommt ohne Not zur Vorverurteilung und damit effektiv zu einer Spaltung der Gemeinde in Befürworter und Skeptiker gegenüber dem Vorhaben derjenigen, die Schönsee zu ihrem neuen Wohnsitz machen wollen. Und das ohne, dass sich bisher überhaupt irgendetwas am Lauber Berg getan hätte! Politik lebt von Visionen. Wer weiß, wie viele ursprüngliche Skeptiker der Renovierung des Kommunbräuhauses mittlerweile ihren Frieden mit dem Projekt gefunden haben und vielleicht sogar stolz darauf sind, wie Europaweit die Arbeit des CeBB von Schönsee ausstrahlt.

Es ist klar, dass so ein ambitioniertes Projekt auch scheitern kann. Das ist auch allen Mitgliedern des Stadtrats wohl bewusst. Es wird aber auch allen Beobachtern der Thematik genauso klar sein, dass die Übernachtungszahlen in der Region seit längerem rückläufig sind und offensichtlich niemand gefunden wurde, den Hotelkomplex zu übernehmen. Jetzt, da sich für das Haus eine neue Perspektive geöffnet hat, sollten wir den Start doch zumindest mit einer neutralen Einstellung beobachten. Wichtig ist, dass wir darauf pochen, dass es bei keinem reinem privaten Objekt bleibt, sondern ein Teil des Hotels und des Restaurants für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt und damit für eine Belebung des Tourismus sorgt. Heute reden alle von Willkommenskultur. Hier hat der Stadtrat ein Zeichen des Wohlwollens gesetzt – bis letzte Woche sogar noch in einstimmiger Linie.